Beirut

Es sollte irgendwo hin gehen wo es warm ist, der Flug nicht zu lange dauert und nicht zu teuer ist.

Eigentlich wäre Tel-Aviv angedacht gewesen. Allerdings sprachen mein Iran-Visum, die teuren Hotels und die herumlaufenden Messerstecher dagegen. Also mal die Landkarte aufgeschlagen, ein bisschen drum herum geschaut und Beirut gefunden. Ein Arbeitskollege kommt da zufällig auch her. Das reiht sich ja gut in die Liste der besuchten Orte ein, sowohl Kosovo als auch Albanien und die Türkei sind ebenfalls Herkunftsorte von Kollegen.

Also ab nach Beirut. Am Donnerstag morgen etwas früher aus der Nachtschicht raus und ab zum Flughafen

4 Stunden Flug mit „Germania“. In dem Flieger saßen allerdings ausschließlich Libanesen. Und beim Check in dachte die Dame am Schalter, ich hätte mich in die falsche Schlange gestellt (nebenan war Tel-Aviv). Nein, wertes Fräulein, ich stehe hier richtig. Beirut.

Allerdings ist es wohl für einige Menschen sehr schwierig, folgende 2 Regeln beim Fliegen zu beachten: Reisepaß und 1 Gepäckstück a 25kg pro Nase

Da wurden Fondue-Sets und Plüschtiere im Kirmes-Format angeschleppt. Und dann diskutiert. Irgendwann war ich mit meinem Gepäck (Alukiste 90cmx45cmx45cm) dran. Angeblich Sperrgut. Nun denn halt zum Sperrgutschalter, gewogen (24,9kg 😛 ) und wieder zum normalen Schalter zurück um den Scanner auf die Kiste zu kleben. Auf dem Rückweg zum Sperrgutschalter wanderte dann noch einiges aus dem Handgepäck in die Kiste zurück, die wurde nämlich nicht nochmal gewogen 😀 Muss man sich fürs nächste mal merken. Und wegen 5kg mehr ist noch kein Flieger abgeschmiert.

 

Ankunft in Beirut auch in Ordnung. Visum wurde problemlos erteilt, allerdings durfte der werte Herr von der Immigration bis auf Seite 18 durchblättern um seinen Stempel zu setzen. 14 Seiten sind also noch frei bis 2018. Ich hoffe mal, den Reisepass bekomme ich bis dahin voll.

Mietwagen habe ich auch bekommen. Allerdings hat der Schnuffel vom Schalter den Reisepass und meinen Führerschein auf dem Scanner liegenlassen und ich habe es erst auf dem Weg zum Parkhaus gemerkt. Also wieder zurück und die Papiere wieder geholt. „Sorry, this would be much trouble for you“ Ja klar, danke schön.

Der Mietwagen war ein Chevrolet 😀 Allerdings kein toller Ami-Schlitten, sondern eine umgelabelte koreanische Gurke mit Chevrolet Emblem. Modellname „Spark“ Was die im Marketing gesoffen haben müssen, das Teil als „Funken“ zu bezeichnen… Ich würde mich noch nicht mal zu nem „Fünkchen“ herreißen lassen. Könnte man glatt „Fehlzündung“ nennen.

Natürlich gnadenlos untermotorisiert und als Extra obendrauf noch mit Gummibandautomatik ausgestattet. Dazu noch ringsherum verdötscht und nach nichtmal 20.000km schon am klappern wie mein seliger alter Renault R5 Bj 1988

Allerdings ging die Umgewöhnung auf „südländischem Fahrstil“ mal wieder erstaunlich schnell. Nichtmal ein Kilometer, und ich hab mich gefühlt wie ein Fisch im Wasser. Und der Libanese hat im Gegensatz zum Perser echtes Fahrgefühl. Keine besonders dummen Aktionen, dafür aber ein schöner Verkehrsfluss. Etwas agressiver als in Süditalien, aber passt. Hier hat auch keiner Lust auf ne Dulle im Blech, von daher gilt das Motto „Dreistigkeit gewinnt“.

Das Hotel wurde nach ewiger Gurkerei und Stau dann auch erreicht. Da nützt das tollste Navi nix, wenn man die falschen GPS Koordinaten eingibt. Ein netter Typ in nem flammneuen BMW 435I hat mir dann den rechten Weg gezeigt. Natürlich nicht ohne „Ah, Allemann, Germany very good!!“

Das ging wohl mal wieder auf die Kreditkarte vom österreichischem Altkanzler 😛

 

Hotel passt auch. Direkt gegenüber von der Amerikanischen Universität (angeblich drittälteste Universität der Welt), besser bekannt als AUB.

Die Gegend drumherum ist auch sehr gut, außerdem sind Starbucks, Mc D und Burger King ebenfalls in Fußnähe. Eine lokale Sim-Karte wurde auch erworben, allerdings für satte 40$ (Ohne Dollar geht hier nix). Ist wohl dem Monopol geschuldet, es gibt nur einen Anbieter. Aber das soll egal sein, denn das Geld ist gut investiert.  Und Dollar hab ich von der Iran Reise noch genug übrig, die gammeln eh nur unnütz in der Geldbörse vor sich hin.

Nach Nahrungsaufnahme im „Roadstop“ direkt ins Bett.  Gab Hamburger und Pommes, gar nicht mal so schlecht.

 

Beirut

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